[06.06.18] Heute richtige Arbeit! :D



Weil gestern ja nur Sicherheitsbelehrung war, will ich den heutigen Arbeitstag auch zusammenfassen. Denn heute durfte ich aktiv mit in der Produktion arbeiten.
Nachreichung zur Sicherheitsbelehrung: 2 witzige Details habe ich vergessen:
1. im Teil zur Freundlichkeit und dass man ja auch die Firma mit seiner Laune repräsentiert stand:
And when you feel not so good it is no reason to behave like:
Dann war da ein Bild einer Holtplatte, die an der oberen Kante wie ein Bild über einem Nagel an der Wand hing. Craig antworte auf mein Unverständnis: Egal wie man sich fühlt, man soll sich anderen gegenüber nicht dumm oder wie Holz verhalten.
2. Zum Thema „Gefahr durch Fahrzeuge“ hat er versucht die Präsentation mit 2 Bildern aus Pixar’s Cars aufzulockern. Den Versuch fand ich witzig. Und irgendwie hat es geklappt, war es doch eigentlich todernst die Präsentation.
Weil mir Craig heute von ein paar Mädchen aus Stuttgart erzählte, die „very good“ waren und sie von 8:00 – 16:30 arbeiteten, arbeite ich ab morgen immerhin von 8:30 – 16:30, da ich immerhin lange Bus fahre und zum Beispiel erst gegen 17;30 wieder durch die Haustür reinkomme.
Aufgefallen auf dem Rückweg war mir ein Mann, der genauso seine hintere, linke Autofelge zu reinigen schien, wie er es gestern schon tat.
Ich bin gespannt, ob er da morgen auch noch weiter arbeitet.
Generell mag ich das Wort Arbeit und arbeiten nicht, weil in dem Wort schon mit inbegriffen scheint, dass es sich um eine Tätigkeit handelt, die abfuckt. :/ 😉
Insgesamt arbeiten viele von 8:00 – 16:30 und es gibt 3 feste Pausen: 1. 10 Uhr 15min, 2. 13 Uhr 30min, 3. 15 Uhr 15min.
Ich habe 2 neue Kollegen kennengelernt: James und Vince, der laut James aber eigentlich Vincent heißt, aber so nicht genannt werden will.
Generell: die Arbeit war richtig entspannend und meditativ, wie gewohnt von zu Hause die Metallwerkstatt. Etwas konzentrieren und verschiedene Bewegungen koordinieren. 😀
Die Kollegen waren locker drauf und im Hintergrund lief BBC 2, sodass ich eben ein paar Songs in der Playlist nachgeschlagen habe.
Das Fachenglisch vom BBW zahlt sich aus. Ich hatte heute zu tun mit „washers, screws, spanners, rivet gun, clinch gun“. Außerdem sollte ich ursprünglich welding machen wegen vieler Kunden. Ob ich mit tin soldering könnte, verneinte ich.
Die sprechen alle sehr schnell und undeutlich, dassich öfter nachfragen muss, obwohl ich die Vokabel kenne.
Aber mir wurde auch gezeigt, wie man was macht und ich habe Fragen gestellt, wie zB die 2 Druckluft-Guns heißen.
Wie ich heute die kleine Montagehalle, eher ein Raum, und das test laboratory gesehen habe und nach einigen Nachfragen verstehe ich, dass sie cabinets produzieren. Cabinet bezeichnet Blechgehäuse gefüllt mit verschiedenster Elektronik.
Kunden sind zum Beispiel Nokia und Alcatel für „Kommunikationssysteme an Autobahnen“(communication systems at high ways).
Storages, Server zum Speichern von Daten wurden montiert.
Wofür mein Gehäuse sein wird, weiß ich noch nicht. Ein Kartenlesegerät habe ich auf der anderen Tischseite in Montage gesehen, zig farbige Kabel, Displays, Platinen. So ein Gerät, woran man eine Karte kontaktlos halten kann, um sich bei der Arbeit an- und abzumelden.
Die Arbeit war abwechslungsreich und erforderte Konzentration. Es macht auch Spaß, eine Hilfe zu sein.
Ich hätte sogar noch über 16:30 hinaus gearbeitet, um meinen Arbeitsschritt an allen 10 Gehäusen abgeschlossen zu haben.
Morgen sollen da unter anderem Lüfter installiert und verlötet werden.
Zu Beginn brachte mich Craig in den Montageraum zu Vince, der auf der anderen Tischseite Platinen, Bauteile etc. verkabelte. Er zeigte und erklärte freundlich. Zuerst habe ich 10 Kartons mit dem Cutter geöffnet, die Gehäuse an die Seite gestellt und die Kartons in der Ecke gestapelt. Dann waren da einige Blechstücke, die sie selbst geschnitten, gebogen und gebohrt hatten. In dem einen Blech mussten mit der „Clinch gun“ eine Art Dübel in die Löcher gejagt werden, wahrscheinlich um Schrauben eindrehen zu können. Sonst geht es ja schwer, weil in ein dünnes Blech kaum Gewindegänge passen. M8 war es. Das ganze in 10 Grundplatten jeweils 4mal 2 Reihen,
um später eine Art „Regalbretter“ drauf zu schrauben, 4 Stück.
Mit dem Nieten-Schießer habe ich dann 2 dieser 4 Stücke mit einem anderen Blechstück verbunden.
Dann habe ich den Blechkram mit einem langen Kreuz-Schlitz auf die Grundplatte geschraubt.
Das Gehäuse vom Anfang hatte iich um die alte Bodenplatte beraubt, dass diese neue Konstruktion mit 12er Außensechskant an deren Stelle konnte. In 10 Gehäuse diese 10 neuen Grundplatten. Die Gehäuse hatten Türen, in denen ich die Schlösser auch austauschte. Das war auch sehr interessant, wie der Schließmechanismus funktioniert.
Von den alten Schlössern durfte ich die Schlüssel mitnehmen, als ich danach fragte. Denn der Vince sagte, mit der Flaschenöffnerform am Ende, fast identisch, könne man danit gut Bier öffnen. Und da warf er ihn in die Tonne, von der ich dachte sie wäre nur für Kunststoff. haha
So viel zur Belehrung gestern und der Mülltrennung. Ob es ein Versehen war und er den Schlüssel mit der Plastikfolie darum vertauscht hätte? Nein, meinte er. Ich werde ihn nicht reporten, aber ich fand es lustig und es war eine Einladung für meine Frage. Denn die Schlüssel kann ich bestimmt prima verschenken. 😀
Überhaupt war der Abstand der jeweils 2 Nuten an beiden Seiten der Grundplatten etwas zu groß, rein optisch schon, und 3 passten nicht in die Gehäuse um die Schrauben.
Meine Idee, die Nuten breiter zu feilen, wäre zu unprofessionell. Das habe ich mir schon gedacht. Witzig fand ich dann, dass er einfach die Schrauben im Gehäuse etwas schief schlug, dass sie zwischen die Nuten/Aussparungen in den Grundplatten passen, um sie da mit den 12er Nutmuttern zu verschrauben.
Gut war auch die erste tea break um 10 Uhr. Ich erzählte James, was wir in der Metallwerkstatt lernen und machen: centre lathes, milling machines, CNC, drilling.
Er schlug vor, wie auch später Vince, besser zum laser und water jet cutting z mu gehen, wo Metall wirklich bearbeitet wird. Aber ich bin ja 4 Wochen dort. Ich finde Elektrotechnik ja eh auch interessant und bin gespannt, wie die weiteren Schritte sein werden, bis das Gehäuse eine Funktion erfüllt.
Zwischendurc h habe ich mich gefragt, ob man meine Arbeit nicht automatisieren könnte. Dann dachte ich, eigentlich ist das Schrauben und so ja echt entspannend. Und weiter gedacht: Würde man zu Hause alles automatisieren. Automatisch staubsaugen. Automatisch Bilder malen lassen. Zeit und Geld sparen.
Man könnte sich ja alle Tätigkeit digitalisieren, dass man nur noch liegt und auf nen Monitor starrt.
Der kleine Prinz ist über den Stoff natürlich verwundert, der Durst löscht. Zum Brunnen zu laufen ist ja ein Erlebnis. Beppo von Momo kehrt fröhlich die Straßen durch seine Einstellung zur Tätigkeit.
Ich fühlte mich heute auch echt sinnvoll und nutzbringend.
Gut, dass es solche Arbeiten noch gibt. Und erschreckend der Gedanke an diese eine Maschine(sci-fi roman), in der man einfach glücklich ist, ohne Geschichten zu erleben.
Irgendwie habe ich erfahren, dass man bei ICEE auch eine Ausbildung machen kann. Und ein Schüler ist die Woche als Praktikant da, ob das für ihn was ist.
Wir liefen beide hinter Craig her.
Als Spaß fragte ich Craig, wie lange sein Weg zur Arbeit ist, wenn er aus Schottland kommt. Ich ging davon aus, dass er im Umfeld wohnte und nur dort geboren war. Tatsächlich antwortete er, er komme mit dem Flugzeug von Glasgow nach Portsmouth. Portsmouth hat auch einen Flughafen. Ich fragte, pb das ein Scherz ist. Nein. Nach der Mittagspause erzählte ich ihm, die Flugzeit würde ja 1:40Std bei 60£ sein, ob das täglich nicht viel wäre.
haha und dann kam die Auflösung: Jede 3. Woche fliegt er zu seiner Familie und er hat hier auch eine flat 😀
Geil war auch James. Wie ich zur Arbeit komme? Mit Bus.
Wie ich das finde? Gut, einfach.
In den Bus rein, was lesen und ankommen. Bisher hatte ich morgens trotz Schuluniformkindern sogar immer einen Platz.
Der gute James fährt lieber Auto, sagt er. Wegen der Umwelt? Da kam ich aufs car sharing. Er fahre bishe zwar allein, aber ein Kollege solle aufm Weg liegen. Naja.Evtl konnte ich ihn ja zu ner Fahrgemeinschaft inspirieren? 😀
Und vielleicht trinken wir 3 oder 4 deutschen Azubis bald ein Bier und können einen Schlüssel als idealen Öffner testen.
Und vielleicht berichte ich irgendwann mal von Freizeit, spätestens am Wochenende.
Wobei es mir immer schwer fällt zu sehen, was wichtig ist. Mir sind die Details und Genauigkeit wichtig.
PS: Abendbrot war gut, alle vom Tag erzählt, Planungen am WE. Es gab Nudeln mit Pesto, Cordon Bleu mit Gemüsefüllung, Salat und Kräuterbaguette.
Kommt au die Gastfamilie an. hehe
Die Frau ist sehr freundlich.
Zwar fühlte ich mich zuerst unselbständig, dass täglich eine Lunchbox mit Sandwich und Obst dasteht, heute scheinbar das Zimmer gesaugt war. Aber die Försorglichkeit ist auch niedlich.
Sonst will ich immer lieber alles selber machen, um anderen Arbeit abzunehmen. 🙂 Najaaaa :))
Guten Abend!
Sleep well! 😀

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